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Arbeitsrecht

Fastnacht, Karneval oder Fasching- was haben Narren arbeitsrechtlich zu beachten?

Närrinnen und Narren! In der Mainzer Fastnacht gilt arbeitsrechtlich nichts anderes als beim Kölner Karneval – was in der fünften Jahreszeit gilt, erfahren Sie hier:

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Bald ist es wieder soweit: Die Fastnachtszeit (wir Mainzer nennen das so!) steht unmittelbar vor der Tür. Auch wenn sich der ein oder andere von euch auf die fünfte Jahreszeit mehr freuen mag als auf Weihnachten und Ostern zusammen, so sind weder die Weiberfastnacht noch der Rosenmontag gesetzliche Feiertage. Das heißt im Umkehrschluss: wer für diese Tage nicht rechtzeitig Urlaub beantragt hat, muss daher grundsätzlich auch an Fastnacht arbeiten. Daher sind auch an diesen Tagen arbeitsrechtliche Regelungen zu beachten, um den Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Das Arbeitsrecht kennt keine „Narrenfreiheit“.

Der Rosenmontag und die Weiberfastnacht sind nach den Landesgesetzen keine gesetzlichen Feiertage. In Betrieben, die ihren Standort in den Fastnachtshochburgen (bspw. in der Mainzer Innenstadt) haben, kann sich allerdings dennoch ein Anspruch des Arbeitnehmers aus einer „betrieblichen Übung“ auf bezahlte Freistellung ergeben. Dies beispielsweise dann, wenn der Arbeitgeber über mindestens drei Jahre vorbehaltlos und ohne Einschränkungen am Rosenmontag einen bezahlten freien Tag gewährt bekommen hat.

Vorsicht beim „Krankfeiern“!

Da viele Arbeitnehmer nicht das Glück haben, an Fastnacht von ihrem Arbeitgeber bezahlt freigestellt zu werden, gibt es erfahrungsgemäß Mitarbeiter, die seltsamerweise jedes Jahr in der Fastnachtszeit „erkranken“. Nimmt der „erkrankte“ Mitarbeiter dennoch feucht-fröhlich feiernd an einer Fastnachtsparty oder dem Rosenmontagsumzug teil, kann dies im Einzelfall den Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erschüttern und eine Kündigung rechtfertigen. Dies gilt besonders dann, wenn der Mitarbeiter seine Arbeitsunfähigkeit vorher noch, für den Fall, dass er nicht frei bekommt, angedroht hat. Auch wenn solche Fälle nur sehr selten auch tatsächlich nachweisbar sind, sollte man seinen Arbeitsplatz nicht durch ein solches Vorgehen gefährden.

Verkleidet am Arbeitsplatz erscheinen

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts kann der Arbeitgeber allerdings im Rahmen seines Weisungsrechts verlangen, dass sich die Mitarbeiter branchenüblich kleiden und nicht verkleidet am Arbeitsplatz erscheinen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der betreffende Mitarbeiter üblicherweise Kundenkontakt pflegt. Nicht jeder Kunde möchte gerne von einem Piraten oder einer Prinzessin beraten werden. In Betrieben, in welchen das Tragen von Schutzkleidung vorgeschrieben ist, verbietet es sich gänzlich, diese gegen ein lustiges Kostüm zu tauschen.

Schnipp-Schnapp-Krawatte ab – Fastnachtsbräuche am Arbeitsplatz

Lustige Fastnachtsbräuche, wie beispielsweise, dass Abschneiden von Krawatten- sind grundsätzlich nur dann erlaubt, wenn der Betroffene damit auch einverstanden ist. Das Einverständnis kann sich aus den Gesamtumständen ergeben. Sollte die betroffene Person also bereitwillig die bunte Krawatte entgegenhalten, dürfte gegen das Abschneiden nichts einzuwenden sein. Stellt man hingegen fest, dass das männliche Opfers seine teuerste Markenkrawatte anstelle einer günstigeren fastnachtstauglichen Variante trägt, sollte von einem Einverständnis eher nicht ausgegangen werden. In diesem Fall besteht die Gefahr, auf Schadensersatz in Anspruch genommen zu werden.

Ein Gläschen Sekt am Arbeitsplatz

Gegen ein Gläschen Sekt am Arbeitsplatz (nach Abstimmung mit dem Arbeitgeber!) wird in den häufigsten Fällen niemand was gegen einzuwenden haben. Der Arbeitgeber ist jedoch auch berechtigt, an Fastnacht ein Alkoholverbot zu verhängen. Existiert im Betrieb ein Betriebsrat, ist dieser zu beteiligen.

Das Team von LIQUET wünscht allen Närrinen und Narren eine schöne Zeit!

 

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