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Arbeitsrecht

Hilfe, ich wurde vom Arbeitgeber abgemahnt! – So reagieren Arbeitnehmer richtig auf eine Abmahnung!

Der Erhalt einer Abmahnung ist für den Arbeitnehmer eine ernste und schockierende Angelegenheit – so reagieren Sie:

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Der Erhalt einer Abmahnung ist für den Arbeitnehmer grundsätzlich eine ernste und schockierende Angelegenheit. Dies gerade auch deshalb, da eine Abmahnung als Kündigungsandrohung dient und damit für den Arbeitnehmer den Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährden kann.

Umso wichtiger ist, dass Sie sich gut überlegen, wie Sie auf den Erhalt einer Abmahnung reagieren und wie bzw. ob Sie gegen eine solche vorgehen sollten. Rechtlicher Rat ist hier häufig sehr sinnvoll!

  1. Sichern Sie Beweise! Bei Erhalt einer Abmahnung ist es immer ratsam, unverzüglich geeignete Beweise zu sichern, die dazu dienen können, darzustellen, dass die erteilte Abmahnung nicht auf den tatsächlichen Geschehnissen beruht und demnach unberechtigt ergangen ist.

Vielleicht gibt es Kollegen, die bei dem fraglichen Vorfall zugegen waren und Ihnen bestätigen können, dass der in der Abmahnung dargestellte Sachverhalt nicht der Wahrheit entspricht.

  1. Unterschreiben Sie die Abmahnung nicht! Quittieren Sie allenfalls den ERHALT des Dokumentes!

Bestätigen Sie bei Erhalt der Abmahnung allenfalls den Erhalt des Dokumentes, keinesfalls jedoch die Anerkennung der Abmahnung an sich, da man Ihnen dies womöglich als Anerkennung der inhaltlichen Richtigkeit der Abmahnung auslegen könnte.

  1. Erstellen Sie eine Gegendarstellung und lassen Sie diese in Ihrer Personalakte hinterlegen!

Gemäß § 83 Abs. 2 Betriebsverfassungsgesetz steht Ihnen das Recht zu, eine Gegendarstellung des abgemahnten Sachverhaltes zu erstellen und dieses Dokument in Ihrer Personalakte hinterlegt wird. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Ihr Arbeitgeber die Abmahnung ebenfalls in Ihre Personalakte aufgenommen hat.

Eine solche Gegendarstellung ist auch dann zulässig, wenn die Abmahnung berechtigt ergangen ist und dient dazu, auch Ihre Sicht der Dinge (in Form einer Gegendarstellung) in der Personalakte zu dokumentieren.

  1. Beschweren Sie sich bei Ihrem Betriebsrat, falls die Abmahnung unberechtigt ist!

Sofern es in Ihrem Unternehme einen Betriebsrat gibt, empfiehlt es sich im Falle einer –in Ihren Augen-unberechtigt ergangenen Abmahnung, sich bei Ihrem Betriebsrat zu beschweren. Sie können somit den Betriebsrat um Unterstützung und Vermittlung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber bitten. Gemäß § 85 Abs. 2 BetrVG hat der Betriebsrat bei Meinungsverschiedenheiten über die Berechtigung der Beschwerde sogar die Möglichkeit, die Einigungsstelle anzurufen, sofern er ebenfalls der Auffassung ist, dass die Abmahnung gegenüber Ihnen zu Unrecht ergangen ist.

  1. Klage auf Entfernung der Abmahnung aus Ihrer Personalakte

Weil eine Abmahnung, die zur Personalakte hinzugefügt wird und dort einige Zeit verbleibt, ggf. dazu geeignet ist, die Karriere im Unternehmen zu beeinträchtigen, darf Ihr Arbeitgeber eine Abmahnung auch nur erteilen, wenn diese:

  • formell ordnungsgemäß erstellt wurde
  • keine unrichtigen Tatsachenbehauptungen erhält
  • nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt.

Daher können Sie die Entfernung einer Abmahnung aus Ihren Personalunterlagen verlangen, sofern Ihnen diese zu Unrecht erteilt wurde. Der Arbeitgeber kann in derartigen Fällen kein schützenswertes Interesse daran haben, die Abmahnung in Ihrer Personalakte aufzubewahren.

Darlegungs- und beweispflichtig für das Vorliegen einer zur Recht ergangenen Abmahnung ist der Arbeitgeber.

Aber nur, weil Sie sich dafür entscheiden, die Abmahnung nicht gerichtlich angreifen, räumen Sie damit nicht die inhaltliche Richtigkeit der Abmahnung ein. Sofern Ihnen daran gelegen ist, eine gute Beziehung zu Ihrem Arbeitgeber und angenehmes Arbeitsklima zu haben, raten wir davon ab, gerichtlich gegen eine Abmahnung vorzugehen.

  1. falls auf die Abmahnung eine Kündigung folgt

Folgt auf die ergangene Abmahnung hingegen die Kündigung des Arbeitsverhältnisses, wird das Gericht im Rahmen einer daraufhin erfolgenden Kündigungsschutzklage zugleich die Wirksamkeit der Abmahnung prüfen.

Unsere Arbeitsrechtsexperten beraten und helfen Ihnen gerne!

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