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Liquet AssociatesArbeitsrechtKein Grundrecht auf unbefristete Arbeitsverträge im Profisport – Heinz Müller verliert beim Bundesarbeitsgericht

Heinz Müller – Ehemaliger Torwart von Bundesligist FSV Mainz 05 – verliert beim Bundesarbeitsgericht. Mehr dazu hier:

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Kein Grundrecht auf unbefristete Arbeitsverträge im Profisport – Heinz Müller verliert beim Bundesarbeitsgericht

Heinz Müller, ehemaliger Torwart des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05, hat eine vor dem Bundesarbeitsgericht eine Niederlage erlitten. Das Gericht wies in letzter Instanz die Klage des Ex-Profis gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber ab.

Heinz Müller hatte im Juli 2012 bei Mainz 05 einen befristeten Vertrag bis Juni 2014 unterschrieben. Das befristete Arbeitsverhältnis sollte sich um eine weitere Saison verlängern, wenn Müller in mindestens 23 Spielen der Saison 2013/2014 zum Einsatz käme. Weil sich der Torwart jedoch bereits am elften Spieltag der Saison verletzte, setzte ihn der damalige Trainer Thomas Tuchel nicht mehr in der Erstligamannschaft des Vereins ein und Heinz Müller wurde der zweiten Mannschaft zugewiesen. Weil es in der Folge zu keiner Verlängerung seines Vertrages kam, klagte der Torwart vor dem Arbeitsgericht.

Im Verfahren ging es darüber hinaus um die weitreichende Frage, inwieweit die Verträge von Lizenz-Fußballern überhaupt zulässig befristet werden dürfen. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht eine mehrfache Befristung von Arbeitsverträgen nur in Ausnahmefällen vor. Das Gesetz räumt Arbeitgebern die Möglichkeit einer Befristung demnach nur ein, wenn „die Eigenart der Arbeitsleistung eine Befristung rechtfertigt“.

Die „Eigenartigkeit“ des Berufes „Profifußballer“ bejahten die Vereine bisher immer zweifelsfrei und begründeten diese Ansicht auch damit, dass die Spieler mit zunehmendem Alter weniger leistungsfähig würden. Kein Verein wollte dazu verpflichtet werden, seine Spieler bis zum Rentenalter zu beschäftigen.

Das Mainzer Arbeitsgericht gab Müller 2015 in der ersten Instanz Recht!

Die Mainzer Richter gaben Müller jedoch überraschend Recht und verneinten die Rechtfertigung einer Befristung auf Grund der „Eigenart“ des Berufes „Profifußballer“. Es gäbe keine Gründe Profifußballer anders zu behandeln und ihre Arbeitsverträge zu befristen. Das Urteil löste 2015 großes Unverständnis und Unruhe bei den Vereinen aus.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz ließ die Revision zum Bundesarbeitsgericht zu

Im Februar 2016 wies das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz die Klage des Fußballers sodann ab, ließ aber die Revision beim Bundesarbeitsgericht zu.

Das Bundesarbeitsgericht wies die Klage von Müller jedoch zurück

Vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte Müller jedoch in letzter Instanz keinen Erfolg. Die Erfurter Richter wiesen die Klage des Torwartes zurück. In der Pressemitteilung des BAG heißt es:

“Im kommerzialisierten und öffentlichkeitsgeprägten Spitzenfußballsport werden von einem Lizenzspieler im Zusammenspiel mit der Mannschaft sportliche Höchstleistungen erwartet und geschuldet, die dieser nur für eine begrenzte Zeit erbringen kann. Dies ist eine Besonderheit, die in aller Regel ein berechtigtes Interesse an der Befristung des Arbeitsverhältnisses begründet.”

Das Urteil bedeutet konkret, dass die Bundesligisten ihre Verträge mit den Spielern auch weiterhin wie gewohnt ausgestalten und demnach befristen können.

Anspruch auf Entfristung Ihres Arbeitsvertrages

Mehr als jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland ist befristet beschäftigt. Weil der befristete Arbeitsvertrag im Wirtschaftsleben mittlerweile fast zum Standard geworden ist, stellt sich unseren Mandanten häufig die Frage, ob und wann ihnen ein Anspruch auf Entfristung zusteht und ob sie einen solchen Anspruch erfolgsversprechend gerichtlich geltend machen können.

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