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Arbeitsrecht

Mal eben nach Mallorca – Darf ein Arbeitnehmer trotz Krankschreibung verreisen?

Darf ich als Arbeitnehmer trotz Krankschreibung eine Städtereise unternehmen, Strandurlaub machen oder in die Berge? Hier erfahren Sie mehr:

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Wer „krankgeschrieben“ ist krank und wer krank ist, gehört nun mal ins Bett!“

Vergleichbare Aussagen hören wir sehr häufig und oft trauen sich krankgeschrieben Mitarbeiter nicht mal aus dem Haus, um Lebensmittel einkaufen zu gehen oder eine Freundin zum Tee um die Ecke zu treffen.

Aber ist die Angst, vor dem Arbeitgeber oder den Kollegen während der Krankschreibung beim Einkaufengehen oder Kaffeetrinken „entdeckt“ zu werden auch in arbeitsrechtlicher Hinsicht begründet?

Was ist während der Krankschreibung denn eigentlich erlaubt?

Erstaunlich viel ist – solange die Genesung nicht verzögert oder gar verschlechtert wird!

Wer also zum Beispiel von einem Kollegen im Kiosk beim Stöbern in der Zeitschriftenecke erwischt wird, braucht sich keine Sorgen zu machen. Lesen hat noch keinen vom Gesundwerden abgehalten und häufig lenkt das Lesen einer spannenden Geschichte vom Unwohlsein ab. Aber auch das Einkaufen von Lebensmitteln ist zulässig, solange Sie sich nicht bei ausgiebigen „Shoppingtouren“ auspowern und Ihre Genesung stören.

Nur weil ein Arbeitnehmer von einem Arzt „krankgeschrieben“ ist (= arbeitsunfähig), bedeutet dies nicht, dass das beste Genesungsmittel die strikte Bettruhe ist. Das beste Beispiel hierfür sind insbesondere psychosomatische Erkrankungen wie etwa der Burnout, welche gerade durch eine belastende Arbeitssituation verursacht wurde. Wenn der Arzt dem Arbeitnehmer in diesen Fällen rät, sich an der frischen Luft körperlich zu betätigen, im Freibad die Sonne zu genießen oder sich mittels eines Tapetenwechsel im Rahmen einer Reise auf bessere Gedanken zu bringen, stellt dies kein genesungswidriges Verhalten dar.

Solange der Arbeitnehmer seine Genesung nicht verzögert, begeht er mit seinem Verhalten keine arbeitsvertraglichen Pflichten (z.B. die Pflicht zur Rücksichtnahme), welche er sich von seinem Arbeitgeber vorwerfen lassen muss.

Etwas anderes gilt daher nur, wenn die Reise während der Krankschreibung „genesungswidrig“ ist und dadurch beispielsweise eine Grippe verschleppt wird.

Was erlaubt ist, entscheidet der Arzt, nicht der Arbeitgeber!

Es kann demnach auch genesungsfördern sein, wenn Sie während einer Krankschreibung ein Wellness-Wochenende mit der besten Freundin einlegen oder eine kleine Wanderung unternehmen.

Wer „blau macht“ riskiert sein Arbeitsverhältnis!

Sie sollten letztendlich jedoch nichts unternehmen, was Ihre Genesung verzögert oder Ihnen schadet. Ob eine Tätigkeit trotz Erkrankung genesungsfördern und demnach zulässig ist hängt immer von der jeweiligen Erkrankung ab. Sie sollten sich daher im Zweifel schonen und größere Unternehmungen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt vornehmen.

Fragen Sie unseren Rechtsanwalt in Frankfurt zum Thema Arbeitsrecht: