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Arbeitsrecht

Mobbing am Arbeitsplatz – was bedeutet das rechtlich?

Mobbing ist am Arbeitsplatz leider täglich wiederzufinden. Ob durch Mitabreiter oder durch Vorgesetzte – für den Betroffenen ist es eine Qual. Wann kann man rechtlich gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen? Das erfahren Sie hier und jetzt:

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Was ist Mobbing im rechtlichen Sinne ?

Gelegentlich fühlen wir uns am Arbeitsplatz von Kollegen oder Vorgesetzten gemobbt und wollen hiergegen rechtlich vorgehen. Nicht jede negative Beeinflussung am Arbeitsplatz kann aber rechtlich als Mobbing gewertet werden. Soweit eine gewisse Schwelle nicht überschritten ist, kommt z.B. eine Unterlassungsklage nicht in Betracht. Nachfolgend soll daher erörtert werden, wann Arbeitnehmer am Arbeitsplatz gemobbt werden.

Im Grundsatz versteht man unter Mobbing das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. Mit dem Begriff der Belästigung (§ 3 III AGG) hat der Gesetzgeber das Mobbing für den Anwendungsbereich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) definiert.

Eine Belästigung ist danach eine Benachteiligung, wenn unerwünschte Verhaltensweisen, die mit einem in § 1 AGG genannten Grund (Rasse, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Identität)  in Zusammenhang stehen, bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Geringfügige Eingriffe reichen nicht aus. Beispiele für Belästigungen sind häufig abwertende Äußerungen oder Beleidigungen. Denkbare Beispiele sind aber auch bloße Gesten, Blicke sowie natürlich körperliche Übergriffe und das Stalking (Herbeiführen von Begegnungen).

Erforderlich ist weiter die Schaffung eines feindlichen Umfeldes. Ein einmaliger Vorfall ist daher in der Regel nicht ausreichend. Das Umfeld des AN muss vielmehr anhaltend negativ beeinflusst werden. Erforderlich ist eine wertende Gesamtschau.

Als Spezialfall wird in § 3 Abs. 4 AGG das sexuelle Mobbing definiert. Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung in Bezug auf § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 AGG, wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Die Ausführungen zeigen, dass für die Bejahung von Mobbing in der Regel ein wiederholendes Verhalten erforderlich ist. Dies ist in der Praxis schwierig nachzuweisen, da nur selten Zeugen vorhanden sind. Insoweit empfiehlt sich eine ausführliche schriftliche Dokumentation durch den Gemobbten, um eine spätere Beweisführung zu ermöglichen.

Fragen Sie unseren Rechtsanwalt zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz:

 

Rechtsanwalt Dr. Ulrich Hallermann

Tel: +49 (0) 30 303660852
Fax: +49 (0) 30 303660853
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