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Wer ein Personalgespräch heimlich mitschneidet, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen

Liquet AssociatesArbeitsrechtWer ein Personalgespräch heimlich mitschneidet, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen

Mit einem Smartphone kann man heutzutage allerhand anfangen. Auch Gespräche können mitgeschnitten werden und dazu beitragen, dass man sich später an den Gesprächsverlauf besser erinnern kann. Wenn dies heimlich und noch dazu bei einem Personalgespräch geschieht droht allerdings großer Ärger, da Personalgespräche nicht ohne Wissen und Zustimmung aller Anwesenden aufgezeichnet werden dürfen.

Eine heimliche Aufnahme verletzt die Persönlichkeitsrechte der Gesprächsteilnehmer.

Missachten Arbeitnehmer dieses Verbot, kann dies bis zur fristloses Kündigung des Arbeitnehmers führen.

Im vom Hessisches Landesarbeitsgericht kürzlich entschiedenen Fall, hatte ein Arbeitnehmer heimlich bei einem Personalgespräch mit seinem Chef und dem Betriebsrat mithilfe seines Smartphone das Gespräch heimlich aufgezeichnet.

Als sein Arbeitgeber von den heimlichen Mitschnitten erfuhr, kündigte er dem Arbeitnehmer fristlos.

Damit war der Arbeitgeber im vorliegenden Fall im Recht, entschied das Gericht: Mit der Aufnahme habe der Arbeitnehmer die Persönlichkeitsrechte der Gesprächsteilnehmer verletzt. Auch wenn der Arbeitnehmer nach eigenen Angaben zwar nicht gewusst habe, dass die Aufnahme verboten waren, sei die Heimlichkeit dennoch nicht zu rechtfertigen und die fristlose Kündigung im konkreten Fall auch zulässig.

Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 23.08.2017, 6 Sa 137/17

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