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Liquet AssociatesBlockchain / ICO / CryptoInitial Coin Offerings (ICO) und Steuern

Initial Coin Offerings („ICO“) stellen einen neuen Weg der Kapitalbeschaffung für Unternehmen dar, aufgrund des aktuellen Booms von Bitcoin und anderen Kryptowährungen steigt weltweit die Anzahl an ICO.

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Was ist ein ICO und was bestehen für steuerliche Auswirkungen?

Die Bezeichnung wird angelehnt an den IPO (Initial Public Offering), den Börsengang bzw. groß angelegten Verkauf von Aktien. Im Rahmen eines IPO werden Firmenanteile angeboten und erworben.

Mit dem ICO wird die klassische Kapitalbeschaffung mithilfe der Blockchain-Technologie adaptiert bzw. neu entwickelt. Bei einem ICO werden Tokens ausgegeben, diese Tokens stellen ein elektronisches Wirtschaftsgut oder einfach einen Datensatz dar. Mit den Tokens können Firmenanteile, Genussrechte oder auch Kryptowährungen verbunden sein. Der Token wird von dem ausgebenden Unternehmen definiert, sodass bei jedem ICO geprüft werden sollte, welche Struktur dem Token zu Grunde liegt.

Steuerlich handelt es sich bei den Tokens um immaterielle Wirtschaftsgüter. Der Erwerb und der Verkauf der Tokens kann verschiedene steuerliche Komplexitäten hervorrufen (Ertragsteuer, Einkommensteuer, Umsatzsteuer und/oder Körperschaftsteuer). Die genaue Bewertung ist im Ergebnis  einzelfallabhängig.

Umsatzsteuer

Kryptowährungen

Umsatzsteuerlich besteht für Kryptowährungen oder auch Cryptocurrencies ein Steuerbefreiungstatsbestand, dieser ist gesetzlich bisher nicht normiert jedoch bedient sich das BMF (Bundesministerium der Finanzen) bereits einer Definierung der BaFin, dass es sich bei Tokens grundsätzlich um Finanzinstrumente handeln würde. Der EuGH (Europäischen Gerichtshof) urteilte bereits, dass Kryptowährungen „wie gesetzliche Zahlungsmittel zu behandeln seien“ (EuGH, 22.10.2015 – C-264/14).

Andere Tokens („Altcoins“)

Bei anderen Tokens, die kein Finanzinstrument darstellen, kommt eine Umsatzsteuerbefreiung grundsätzlich nicht in Betracht. Wenn z.B. ein Nutzungsrecht über ein Token erworben wird, handelt es sich um einen allgemein steuerbaren Vorgang der der Umsatzsteuer zu unterwerfen ist.

Ertragsteuern (jegliche Tokens)

Als immaterielle Wirtschaftsgüter variiert die Ertragsbesteuerung, je nachdem ob es sich um Privatvermögen oder Betriebsvermögen handelt.

Privatvermögen

Im privaten Bereich ist die Veräußerung als privates Veräußerungsgeschäft gegebenenfalls zu besteuern. Bei privaten Veräußerungsgeschäften kommt es insbesondere auf die Spekulationsfrist an, dementsprechend ist die Veräußerung (auch der Tausch) innerhalb eines Jahres der Einkommensteuer zu unterwerfen. Liegt die Spekulationsfrist über einem Jahr ist der Vorgang insgesamt nicht besteuerbar i.S.d. Einkommensteuer.

Betriebsvermögen

Immaterielle Wirtschaftsgüter sind zu inventarisieren (Betriebsvermögensvergleich) oder in das laufende Verzeichnis (Einnahmeüberschussrechnung) aufzunehmen. Jegliche stillen Reserven die im Betriebsvermögensbereich gebildet und realisiert werden sind steuerrelevant. Auf die Problematik der Bewertung sei aufgrund der bestehenden Volatilität hingewiesen.

Fazit

Die vielfach dargestellte illegale Nutzungsmöglichkeit von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie vermittelt den Anschein, dass diese Vorgänge nicht besteuert werden. Die Anonymität in dieser neuen Technologie führt nicht zu einer Steuerbefreiung.

Mangels rechtlicher Vorschriften ist jeder Vorgang im Einzelfall zu beurteilen. Hierzu beraten wir Sie gerne.

Fragen Sie unsere Rechtsanwälte zum Thema Kryptowährung und Blockchain-Tokens.

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